besser lackieren: „Modernisierung sorgt für glatte Prozesse“

Besserlackieren.de berichtet über Modernisierung des bisherigen Lackierbereichs von Brüchert + Kärner.

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Am Produktionsstandort Anklam von Brüchert + Kärner wurde eine Modernisierung des bisherigen Lackierbereichs notwendig. LackieranlagenSpezialist Dieter Quast entwickelte ein Konzept, das in mehreren Schritten realisiert wurde. Die neue Technik ermöglicht nahezu staubfreie Abläufe und hat die Betriebskosten um 60 – 65% reduziert.

Die Hamburger Türen-Manufaktur Brüchert & Kärner hat sich auf die Fertigung hochwertiger, lackierter Türelemente spezialisiert. Sämtliche Modelle würden zu einem großen Anteil per Hand gefertigt, denn das umfangreiche Programm und die große Menge an konstruktiven Sonderwünschen schlie- ße eine vollautomatisierte Fertigung aus, erklärt Daniel Thom, verantwortlich für den Bereich Oberfläche: „Sie werden in einem Guss lackiert, damit gefaste Kanten in ihrer Kontur erhalten bleiben und Profilierungen sauber und klar zu erkennen sind“, so Thom. Um die Qualität der Lackoberflächen am Produktionsstandort Anklam (MecklenburgVorpommern) zu verbessern und konstant sicherzustellen, war eine Modernisierung des bisherigen Lackierbereichs notwendig geworden.

Bei Brüchert & Kärner beschloss man, das Nadelöhr Lackiererei neu zu organisieren. Mit einem klar vorgegebenen Budget wurden verschiedene Anlagenhersteller nach Anklam zur Vor-Ort-Inaugenscheinnahme und Angebotserstellung eingeladen. Die Aufgabe bestand darin, unter Berücksichtigung der gegebenen Räumlichkeiten und der teilweisen Einbeziehung von Bestandsaggregaten einen zügigen und hochwertigen Lackierprozess sicherzustellen. Zu den externen Experten gehörte auch Dieter Quast von der Firma lackieranlagen-technik.com, der sich u.a. auf die Modernisierung und Optimierung von Bestandsanlagen spezialisiert hat.

Konzept aus vielen Einzelschritten

Quast entwickelte ein schlüssiges Konzept für eine Modernisierung in mehreren Schritten und bekam von der Werksleitung in Anklam den Zuschlag. Das Konzept musste einem Lackiervolumen von rund 130 Tü- ren pro Tag gerecht werden. Der bisherige Spritzstand wurde als Grundlage für einen bedarfsgerechten und hochwertigen Lackierraum genutzt. Hier wurden zunächst die Wandabsaugung und die Zuluftdecke demontiert. Die vorhandene Bodenabsaugung wurde vergrö- ßert, umgestaltet und damit die Voraussetzung für höhere Luftmengen geschaffen. Der Lackierbereich wurde komplett mit Kabinenpaneelen umhaust und mit einer vollflächigen Filterdecke sowie optimaler Objektbeleuchtung ausgestattet. Für eine gute Begehbarkeit wurden zwei hydraulische Schiebetüren eingebaut.

Betriebskosten um 65 % gesenkt

Für die Gewährleistung einer bedarfsgerechten und angemessenen Luftsinkgeschwindigkeit wurde im Anklamer Werk ein „Semo-Tec“-Aggregat mit 26.000 m3/h eingebaut. Eine Direktbeheizung durch einen Gasflächenbrenner, die Wärmerückgewinnung sowie die Frequenzregelung sorgen für maximale Energieeffizienz. „Die Betriebskosten der Lackieranlage haben sich durch das neue Aggregat um nahezu 65% verringert“, so Quast: „Der Gasflächenbrenner verfügt über einen Wirkungsgrad von nahezu 100% und ist damit deutlich effizienter als indirekte Beheizungssysteme mit Warmlufterhitzer. Die Wärmerückgewinnung im Kreuzstrom-Prinzip führt rund 47 % der genutzten Wärme zurück. Die Frequenzregelung sorgt u.a. dafür, dass die Anlage automatisch in den Standby-Betrieb mit rund 30%-iger Luftleistung geht.“ Das Budget gab vor, einen Teil der bestehenden Technik in das neue System zu integrieren. So wurde für den Schleifraum ein Bestandsaggregat aus einem anderen Bereich übernommen und die Leistung durch eine Frequenzregelung angepasst. Der Schleifraum wurde mit einem Ausblaskanal und einer 6 m breiten Absaugwand ausgestattet. Nun herrschen hier beste Bedingungen für einen optimalen Schleifbetrieb als Vorbereitung für die Lackierung.

Zeitvorgabe unterschritten, Nacharbeit minimiert

Für den Umbau des Lackierbereichs waren insgesamt nur acht Tage nötig – ursprünglich waren zwölf Tage eingeplant gewesen. Auch das vorgegebene Budget wurde eingehalten. So ist die Begeisterung für die neue Technik bei Brüchert + Kärner entsprechend groß. „Die Produktion ist im Fluss und läuft glatt und sauber durch“, fasst Lackiereileiter Thom zusammen. Demnächst wird sich Lackiertechnik-Spezialist Quast nun mit dem Füllerraum in Anklam beschäftigen; auch hier ist noch einiges herauszuholen: „Die Optionen reichen vom Umbau des Raumes bis hin zu einer eigenständigen Füllerkabine“, so der Experte.

Quelle: www.besserlackieren.de