besser lackieren: „Modernisierung statt Neuanlage“

Um den Durchsatz in der Lackiererei zu erhöhen, entschied sich der Maschinenbaubetrieb Schönau für leistungsstarke & energieeffiziente Zu- und Ablufttechnik.

Die Schönau Maschinenfabrik GmbH produziert am Standort Hamburg-Eimsbüttel Förder- und Aufzugstechnik, die vor allem im industriellen Umfeld zum Einsatz kommt. Bei Bedarf werden aber auch Aufzüge für den Personentransport gebaut. Sie müssen robust, verfügbar und langlebig sein und werden in Branchen wie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, Behörden, Logistik oder Automotive genutzt. Seit 1990 verfügt das Unternehmen über eine eigene Lackiererei, die sich in einem separaten, rund 12 x 6 m großen Raum am Rande der Werkhalle befindet. „Die meisten Bleche weisen bei der Anlieferung bereits eine sehr hohe Qualität auf, wenige müssen zusätzlich sandgestrahlt werden“, berichtet Lackierereileiter André Riemann. „Die Lackierung erfolgt mit wasserlöslichen Lacken vornehmlich in den Farben Blau und Grau, auf Kundenwunsch aber auch in Sonderfarben.“ Weil die Zu- und Abluft nicht an die stark gestiegenen Lackierdimensionen angepasst wurde und inzwischen komplett unterdimensioniert war, konnte der Farbnebel nicht angemessen abgesaugt werden – auch außerhalb der Lackiererei roch es intensiv nach Lösemitteln und auf dem Fuß- boden hatte sich eine dicke Lackschicht abgelagert. Ein beschleunigter Trocknungsprozess konnte ebenfalls nicht erfolgen.

Lackiererei als Nadelöhr

Wie der geschäftsführende Gesellschafter Martin Schönau schildert, hatte die Berufsgenossenschaft diese Zustände moniert. „Außerdem entwickelte sich die Lackiererei zunehmend zum Nadelöhr der Produktion. Wir wollten den Durchsatz steigern, was aber mit der bisherigen Technik nicht möglich war“, so der Ingenieur. Ein weiteres Argument für eine Änderung bestand darin, den Korrosionsschutz zu verbessern: Die Beschichtung rund um die Schweißnähte der Bauteile unterliegt strengen Sicherheitsnormen, und auch der Brandschutz spielt bei der Aufzuglackierung eine wichtige Rolle, weil bestimmte Schichtstärken eingehalten werden müssen. Deshalb suchte der Maschinenbaubetrieb nach einer Möglichkeit, die Be- und Entlüftung in der Lackiererei dauerhaft auf ein angemessenes und ausbaufähiges Niveau anzuheben. Voraussetzung war es allerdings, die Technik in die gegebenen Räumlichkeiten zu integrieren und auch der relativ niedrigen Deckenhöhe von 2,70 m Rechnung zu tragen. „Uns war es zudem wichtig, dass der Umbau im laufenden Betrieb durchgeführt werden könnte, um Stillstand zu vermeiden“, so der Geschäftsführer.

Neutraler Blick von außen

Dieter Quast, Lackiertechnikexperte von lackieranlagen-technik.com, schaute sich Anfang 2015 die Situation vor Ort an und schnürte für Schönau ein Maßnahmenpaket: „Zwingend erforderlich war hier eine angemessene Luftleistung, die möglichst energieeffizient umgesetzt werden sollte.“ Quast betreut Industrie und Handwerk mit Lösungen für Lackierprozesse – vorrangig geht es dabei um die Modernisierung und Effizienzsteigerung von Bestandsanlagen sämtlicher Fabrikate. Sein Angebot umfasste ein neues Zu- und Abluftaggregat, für die Diagonalbelüftung wurde eine 6 x 1,5 m große Absaugwand sowie eine großflächige Filterdecke zur gleichmäßigen Luftströmung vorgesehen. Zuluftkanal und Aggregat wurden im Nebenraum untergebracht; aufgrund der geringen Bauhöhe wurde letzteres von Hersteller SEMO-TEC liegend konstruiert, sodass keine baulichen Änderungen vorgenommen werden mussten. Rund 50% der Abwärme werden seit der Installation über die integrierte Wärmerückgewinnung in den Prozess zurückgeführt. „Die Zuluft wird über einen Thermotec-Gasflächenbrenner erwärmt, während die Zuluft- und Abluftmotoren mit einer eigenen Frequenzregelung ausgestattet sind. Sie steuern den Betrieb der Anlage bedarfsgerecht“, erklärt Quast. Das Luftvolumen beträgt unter Volllast nun 26.000 cbm/h; im Stand-by-Betrieb fährt die Anlage automatisch auf rund 25% der Nennleistung herunter. Die integrierte Heizprogrammsteuerung steuert den Zwischentrocknungsprozess für die Beschichtung mit Wasserlacken.

Einbau in fünf Tagen

„Eine Frequenzregelanlage ist für viele Unternehmen auch als kostengünstige Einzelmaß- nahme interessant. Die Amortisationszeit beträgt in der Regel zwischen 1-1,5 Jahren“, erklärt Dieter Quast. Die neue Lüftungstechnik wurde innerhalb von fünf Tagen im September 2015 eingebaut. „Eine neue Lackieranlage hätte in diesem Fall mindestens vier Wochen für den Einbau beansprucht“, so der Lackieranlagenexperte

Quelle: www.besserlackieren.de